Keine Maschinen

Es ist spät. Kurz nach 01.00 Uhr in der Nacht. Ich laufe mit Käptn Ahab zum Bahnhof Friedrichstraße. Wie ein schwarzer Monolith ragt dort ein Gebäube vor uns hoch (Die FAZ nannte es einst  ein Gebäude von überwältigender Hässlichkeit, tagsüber genau so düster wie nachts). Ein Barad-dûr der modernen Wirtschaftswelt. In einigen Büros brennt noch  Licht. „Arme Würstchen, die wahrscheinlich gerade mit Amerika telefonieren müssen“ meint der Käpten „Warum tut man sich das an?“ Ich schlage Geld als möglichen Grund vor, doch Ahab winkt ab. Reich würden dort doch auch nur die Partner. „Weißt Du“ sage ich „eine Grundidee des Kapitalismus ist ja, dass der einfache Arbeiter zwar die eigentliche Arbeit verrichtet und das  Produkt herstellt, er aber kein Eigentum an den dafür notwendigen Maschinen hat. Weil ihm fehlt das eigene Produktionsmittel, muss er sich ausbeuten lassen.“ Ahab nickt zustimmend „Bei uns dagegen, den Anwälten und Wirtschaftsprüfern…“ „Da sind  gar keine Maschinen“ beendet Ahab meinen Satz.

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