Archive for the welcome to the jungle Category

Das verfluchte Büro

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on Juli 24, 2017 by lawen4cer

Es liegt am Ende des Flures und ist ein wenig seltsam geschnitten. Nicht rechteckig, sondern irgendwie etwas schief. Aber nicht schlimm. Das Besondere an diesem Büro kann man nicht sehen. Es ist mit einem Fluch belegt. Wer auch immer dort sein Quartier aufschlägt verlässt uns nach einiger Zeit. Eine Schwangerschaft, zwei Kündigungen, zwei  mal Trennung in der Probezeit. Witze über den Fluch machen auf dem Flur die Runde. Nach einem weiteren Abgang sagt Telefonpartnerin, wir sollen den Raum gefälligst nicht mehr das verfluchte Büro nennen. Das sei gar nicht lustig. Heute morgen finde ich das Büro verwaist. Die neue Rechtsanwältin sitzt jetzt woanders, wenn das ok sei. Das Licht sei dort irgendwie besser.

the real life

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on Juli 22, 2015 by lawen4cer

Telefonpartnerin hat heute ihren BMW in der Garage gelassen (Stau! Dauerbaustelle! ) und  für den Weg zum Büro die Bahn genommen. Von dieser neuartigen, wahnsinnig urbanen und lebensverändernden Grenzerfahrung erzählt sie heute jedem der es (nicht) hören will.

Kurz Verlinkt

Posted in welcome to the jungle on Juli 24, 2014 by lawen4cer

Wie man in Konzernstrukturen erfolgreich ein Projekt verschleppt

Sehr lesenswert

dress to success part 1 – suit up!

Posted in Dresscode, welcome to the jungle on August 15, 2013 by lawen4cer

Anfänger in einer Großkanzlei, Wirtschaftsboutique und vermutlich auch in sonstigen Berufen im gehobenen Wirtschaftsleben stehen vor der Herausforderung sich spätestens bis zum Arbeitsbeginn eine angemessene Garderobe anlegen zu müssen bzw. das bereits vorhandene Material sichten und zu erweitern.

Aus meiner Sicht ist folgende Mindestausrüstung erforderlich um halbwegs komfortabel klarzukommen:

Anzüge – drei

Der Anzug ist das Herzstück der künftigen Garderobe. Die Rüstung des jungen Associate. Der Anzug ist auch eine Art Uniform. Ziel ist es nicht damit optisch deutlich hervorzustechen sondern sich optisch einzufügen. Ein guter Anzug ist keineswegs „steif“ – wie oft von Nichtanzugträgern befürchtet – sondern sehr bequem zu tragen.

 

suit up

Da ein Anzug täglich getragen wird sollten am Anfang mindestens drei vorhanden sein. Denkbar ist folgende Kombination anthrazit einfarbig, dunkelblau einfarbig und ein Anzug mit Nadelstreifen in einer dezenten Farbe der Wahl. Von einem schwarzen Anzug für das Büro ist eher abzuraten. Später kann und sollte die Auswahl dann ergänzt und ausgebaut werden.

Der Anzug muss für den Anfang nicht zwingend teuer sein, auch wenn sich hier eine gewisse Anfangsinvestition in solide Qualität auszahlt. Von essentieller Wichtigkeit ist der Sitz des Anzuges, besonders an den Schultern. Kaum etwas verdirbt den guten Gesamteindruck so sehr, wie ein schlecht sitzender schlabbernder Anzug. Wer das nicht glaub mag sich einmal im Wartebereich eines Businessfluges an einem beliebigen deutschen Flughafen umsehen. Der Anzug sollte zudem aus Wolle gefertigt sein und nicht aus Polyester. Ja, das sieht man. Ein guter Einsteigeranzug bewegt sich so im Preisrahmen von 300 bis 500 EUR.

Der Schnitt sollte modisch aktuell sein, der Kommunionsanzug der doch noch so toll passt bleibt daher im Schrank. Gegenwärtig haben die meisten Anzüge nicht mehr als zwei Knöpfe und sind schmal und scharf geschnitten. Zweireiher sind ein schwieriges Thema für sich, am Anfang rate ich in jedem Fall zum Einreiher.

Gerade wenn am Anfang nur wenige Anzüge vorhanden sind, die dementsprechend oft getragen werden ist die Pflege (Lüften, auf passenden Bügel lagern, regelmäßig reinigen lassen) besonders wichtig.

In der nächsten Folge werde ich mich dann dem Hemd widmen.

Telefonpartnerin

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on August 13, 2013 by lawen4cer

Telefonpartnerin telefoniert gerade.

Telefonpartnerin telefoniert eigentlich fast immer. Wenn man in ihr Büro hereinschaut sieht man Sie im Regelfall mit Hörer am Ohr am Schreibtisch. Auf der Telefonanlage ist neben ihrer Durchwahl fast durchgehend das Besetztzeichen zu sehen. Das ist lästig wenn man gerne etwas mit ihr besprechen möchte. Der günstigte Zeitpunkt für ein Gespräch ist direkt nachdem sie aufgelegt hat in ihr Büro zu stürmen. Leider hat man hier nicht viel Zeit, denn garantiert klingelt gleich wieder das Telefon.

Es sind keine Privatgespräche, soviel ist sicher. Möglicherweise sind es auch einfach die Mandanten, die sie ständig telefonisch behelligen. Nur habe ich mit einem Großteil dieser Mandanten auch selbst zu tun. Natürlich gibt es da telefonische Anfragen, aber meine Gespräche ziehen sich selten über länger als 30 Minuten hin.  Telefonpartnerin kann dagegen locker zwei Stunden in der Leitung hängen und danach fast nahtlos gleich zur nächsten Telefonkonferenz übergehen.

Die Freude an der Schlacht

Posted in welcome to the jungle on November 1, 2012 by lawen4cer

„Der Kodex des Kriegers, die Freude an der Schlacht, das verstehen Sie doch?“

(Ronin)

Ich mag es zu streiten. Beruflich zu streiten. Den Gegner zu überwinden. Zu gewinnen. Es ist ein berauschendes Gefühl in einem schwierigen Verfahren vor Gericht richtig argumentiert zu haben und am Ende zu gewinnen. Es ist ein berauschendes Gefühl in einer Vertragsverhandlung die Position der eigenen Partei gegen Widerstände durchzusetzen. Ich liebe das.

Es gibt andere Kollegen, die harmoniebedürftiger und wohl auch harmioniefähiger sind. Die es schaffen zerstrittene Parteien zu versöhnen. Ich bewundere das, aber das ist nicht Meines. Ich komme erst zum Zug, wenn jede Einigung gescheitert ist. Ich bin die Waffe im Krisengebiet.

Partner ist noch da

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on Oktober 31, 2012 by lawen4cer

Es ist schon spät. Große Teile der Kanzlei sind dunkel und verlassen. Nur in einem Flurbereich scheint noch Licht aus mehreren Büros. Wird dort ein dringender Fall bearbeitet? Ein drohender Fristablauf abgewendet? Nein. Der Grund ist banaler – der dortige Partner ist noch anwesend und die ungeschriebene Regel lautet: Kein Associate geht vor seinem vorgesetzten Partner nach Hause.