Archive for the Feminismuskritik Category

„Wer zeigt sowas schon an?“ – Tatjana Hörnle zum neuen Sexualstrafrecht

Posted in Feminismuskritik on Juli 6, 2016 by lawen4cer

Die geplante Änderung des Sexualstrafrechts (Schlagwort: „Nein heißt Nein“) wird derzeit kontrovers diskutiert. Die taz hat dazu Frau Prof. Dr. Tatjana Hörnle interviewt. Das Interview zeigt einen interessanten Aspekt der geplanten Verschärfung:

taz: Ein weiteres Problem der neuen Rechtslage: Ein Paar liegt im Bett, sie will Sex. Er sagt, er sei zu müde. Sie gibt nicht auf und streichelt seinen Penis, bis er doch Lust hat. Ist das künftig strafbar, weil sie sein Nein ignoriert hat?

Hörnle: Das Verhalten der Frau mag zwar den Tatbestand des neuen Gesetzes erfüllen. Aber ich bitte Sie, welcher Mann zeigt seine Partnerin nach einer solchen Situation an?

Die Antwort von Frau Dr. Hörnle nach einer möglichen Strafbarkeit der Frau ist sehr aufschlussreich. Die Frau würde sich – nach Ansicht von Frau Dr. Hörnle – in dieser harmlosen Situation also tatsächlich strafbar machen. Frau Dr. Hörnle vertraut lediglich darauf, dass dieses künftig strafbare Verhalten schon nicht angezeigt werde. Eine Schwäche der geplanten Rechtsänderung erkennt sie aber nicht.

Die taz gibt sich mit dieser Antwort aber noch nicht zufrieden und hakt nach:

taz: Unmittelbar danach tut er das sicher nicht. Aber vielleicht geht sie einen Monat später fremd. Er trennt sich, ist ­verletzt und zeigt sie nun ­wegen ihrer mehrfachen ­sexuellen Übergriffe an. Was soll die Staatsanwaltschaft tun?

Hörnle: Im Lauf von Beziehungen gibt es viele Vergehen, etwa Beleidigungen. Und im Verlauf von Trennungen wird mit Blick auf bestimmte Gegenstände der Vorwurf der Unterschlagung erhoben. Das Strafrecht ist nicht dazu da, all solche Vergehen in Beziehungen aufzuarbeiten. Hier würde das Verfahren wegen „geringer Schuld“ eingestellt.

Auch hier weicht Frau Dr. Hörnle wieder dem Problem aus. Das zu klären sei nicht Aufgabe des Strafrechts. Diese Antwort verwundert, denn die Rechtsverschärfung soll doch nach Ansicht der Befürworter dazu dienen, angeblich rechtsfreie Räume zu schließen und genau deswegen bisher strafloses Verhalten künftig unter Strafe zu stellen.

Die Frau in dieser Situation hat jedenfalls nach Ansicht von Frau Dr. Hörnle kein Problem, weil „wird schon nix passieren“.

 

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Wünsch Dir was! Mit Alice Schwarzer.

Posted in Feminismuskritik on Dezember 9, 2013 by lawen4cer

EMMA Herausgeberin Alice Schwarzer trommelt seit Wochen auf allen verfügbaren Kanälen für ihr neues Buch über ein Prostitutionsverbot. Die Methoden sind die immer gleichen. Gruselstatistiken werden ohne Nachweis oder Quelle aus dem Hut gezaubert, Meinungsäußerungen von Prostituierten (also dem Ziel Ihres Befreiungskreuzzuges) werden ignoriert und wenn der Widerspruch dann immer noch nicht abreissen will, wird die strenge Tante Alice auch schon mal richtig sauer. Zuspruch bekommt die selbsternannte geliebte Führerin Feministin derzeit vornehmlich aus dem konservativen Lager.

Für die geplante Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Prostitution hat die EMMA auch gleich schon mal einen eigenen Wunschzettel an den Weihnachtsmann den Gesetzgeber formuliert: Was in dem Prostitutionsgesetz auf keinen Fall fehlen darf! Na dann schauen wir doch mal nach:

  • Die Prostitution muss in einem eigenen Prostitutionsregelungsgesetz erfasst werden und darf nicht Teil des Gewerberechts werden. Das wäre ein falsches Signal.

Genau! Das Reichsprostitutionsregelungsgesetz! Oder noch besser im „Gesetz zur Regelung der Volkshygiene“ oder so

  • Erhöht werden muss das Mindestalter auf 21 Jahre (statt 18). Jüngere Frauen sind in der Regel stärker manipulierbar

Genau! Frauen bis 21 wissen einfach nicht was sie tun und setzen sich durch falsche Berufswahl so erheblichen Risiken aus. Besser sie gehen mit 18 zur Bundeswehr.

  • Wieder eingeführt werden muss zum Schutz der Prostituierten die regelmäßige Gesundheitsuntersuchung, die 2002 abgeschafft wurde. Aus gesundheitlichen wie aus sozialen Gründen. Für so manche isolierte Frau ist das der einzige Kontakt nach draußen

Prostituierte sind natürlich nicht in der Lage selbst auf ihre Gesundheit zu achten. Ach nein…Aus sozialen Gründen? Damit die armen Frauen mal raus kommen? Dann sollten wir auch eine Zwangsuntersuchung für Rentner und Computer Nerds einführen.

  • Einführung einer sanktionierbaren Kondompflicht

Hier bin ich schon aus den Gesetzestext und vor allem die staatliche Kontrolle der Umsetzung gespannt. Darf die Prostituierte dann privat auch nur noch mit Kondom…?

  • Soziale Beratung und Ausstiegshilfen müssen ausreichend und qualifiziert angeboten werden. Öffentliche Gelder dürfen nicht länger in Projekte fließen, die Prostitution verharmlosen und Einstiegshilfe machen

Genau! Kein Geld mehr für die ganzen Prostituiertenverbände die Alice Schwarzer gerade bescheinigen, dass sie Blödsinn redet!

  • Eine Anmeldepflicht für Prostituierte muss eingeführt werden. Ohne die sind die Frauen, die in der Regel alle paar Wochen an einen anderen Ort verschoben werden, namen- und rechtlos. Sie sind quasi vogelfrei

Welch Wohltatenkatalog für verschleppte Frauen, erst schon der menschliche Kontakt durch Zwangsuntersuchungen und jetzt auch noch die öffentliche Registrierung. Wir sehen, das gesamte Recht zur Regelung eines Berufszweiges muss sich an dem Arbeitgeber orientieren, der gegen seinen Willen zur Tätigkeit gezwungen wird. Gleichzeitig wird so verhindert, dass Prostituierte später diesem Beruf einfach den Rücken kehren und ein bürgerliches Leben führen. Denn die Registratur vergisst nichts. Was hätten wir uns in der Vergangenheit an öffentlicher Diskussion über das angebliche Vorleben einer gewissen Ex-Präsidentengattin sparen können, wenn wir einfach alte Registerunterlagen hätten durchsehen können um hier Klarheit zu erlangen.

  • Eine Konzessionspflicht für Bordelle, um Transparenz und Mindeststandards zu schaffen. Die Kontrolle muss bei der Polizei bleiben

Genau! Polizei! Das klingt schon nach Schlagstock und regelmäßigem Tür eintreten. Eine Arbeit, die wischiwaschi Ordnungsämter einfach nicht leisten können.

  • Das seit 2002 geltende Weisungsrecht von Bordellbetreibern muss abgeschafft werden. Denn es erlaubt, den Frauen Vorschriften zu machen, wann und wie sie sich prostituieren (z.B. 12 Stunden am Tag, permanent nackt in den Räumen, ohne Kondom etc.).
  • Die Wuchermieten in Bordellen müssen verboten werden. Sie betragen zurzeit bis zu 5.000 Euro im Monat für ein Zimmer.

Gewerbemiete? Für eine EMMA-Redaktion, die im Wesentlichen auf Staatskosten im „Frauen Media Turm“ residiert natürlich ein unerträglicher Gedanke.

  • Das Strafrecht muss in Bezug auf Zuhälter und Menschenhändler verschärft werden, damit ihnen effektiv das Handwerk gelegt werden kann. Eine Verurteilung wg. Menschenhandel und Zuhälterei muss in Zukunft auch ohne Aussage des Opfers möglich sein.

Genau! Strafrechtsverschärfungen haben sich schließlich als effektives Mittel zur Abschaffung von Kriminalität bewährt! Am besten wäre eine Verurteilung ohne jede Beweispflicht! Schließlich war „Unschuldsvermutung“ ja bereits Unwort des Jahres.

  • Die Bestrafung der Freier von Zwangsprostituierten sollte, wenn sie ernst gemeint ist, auf Armutsprostitution erweitert werden. Denn die Zwangsprostitution im engeren Sinne ist selten beweisbar, da die Opfer völlig eingeschüchtert und abhängig sind. Und die mehrheitliche Armutsprostitution ist auch eine Art Zwang.

Genau! Der Freier hat daher nicht nur zu eigenständig ermitteln, ob die Prostituierte freiwillig arbeitet, sondern auch ob sie möglicherweise „arm“ ist. Da z.B. in Städten wie Berlin statistisch gesehen jedermann arm ist, würde hier mit einem Schlag die Möglichkeit legaler Prostitution wegfallen. Für Prostitution muss daher gelten, was bereits jetzt ausnahmslos für jeden anderen Job gilt: Die Tätigkeit darf nicht mit dem Ziel des Geldverdienens ausgeübt werden, sondern aus reiner Freude. Auch für die Armutsprostituierten selbst ist mit einer erheblichen Verbesserung ihrer Situation zu rechnen, wenn sie künftig keine Freier mehr abbekommen!

Kachelmann – Alice Schwarzer legt nach

Posted in Feminismuskritik on Juli 10, 2012 by lawen4cer

Der Kachelmann Prozess seit langem  beendet und für Alice Schwarzer war das Ergebnis eine herbe Niederlage. Für ihre „Berichterstattung aus Sicht des Opfers“ hat Frau Schwarzer im Laufe der Zeit diverse einstweilige Verfügungen kassiert. Diese Niederlage scheint Frau Schwarzer noch immer nicht verwunden zu haben. In ihrem neuesten Blogeintrag schreibt sie wieder zum Thema.

Hintergrund der Geschichte ist die Tatsache, dass Herr Kachelmann nach seinem Freispruch nun eine zivilrechtliche Schadenersatzklage gegen die Frau eingereicht hat, die ihn seinerzeit der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Für die juristisch geschulte Frau Schwarzer ist diese Klage „juristisch gesehen schlicht ein Witz„. Ihre Fachkompetenz in juristischen Angelegenheit belegt Frau Schwarzer dann auch gleich eindrucksvoll, als sie sich darüber empört, dass das Frankfurter Landgericht tatsächlich einen Verhandlungstermin angesetzt hat.

„Doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wenn man hört: Die Verhandlung soll am 31.10.2012 tatsächlich stattfinden – passend zum Erscheinen des Kachelmann-Buches „Recht und Gerechtigkeit“. Kachelmanns Anwältin behauptet, Claudia D. habe die Tat bewusst frei erfunden – mit dem vorsätzlichen Ziel, dass Kachelmann verhaftet wird.“

Tatsächlich. Da findet eine Verhandlung statt, wenn jemand klagt. Unglaublich.

Frau Schwarzer will dann auch gleich den wahren Grund der Klage erkannt haben:

„Eine solch kühne Behauptung hat allerdings weniger mit Recht zu tun, sondern eher mit dem, was man heute Litigation-PR nennt: die gezielte Beeinflussung von Öffentlichkeit und Justiz zur Stimmungsmache im Sinne des (Ex)Angeklagten.“

Achja, die allmächtige Litigation PR. Die ist ja nach Auffassung von Frau Schwarzer auch Schuld am Freispruch von Herrn Kachelmann. Die Frage ist nur, was sollte „Litigation PR“ nach einem rechtskräftigen Freispruch noch für einen Zweck haben? Das Bild von Herrn Kachelmann in der Öffentlichkeit verbessern? Ein wahrhaft verwerfliches Ziel, wenn ein Mann nach einem Freispruch versuchen möchte ein durch den Prozess beschädigtes Image wieder herzustellen.

Weiterhin faselt Frau Schwarzer dann wieder das alte Lied vom Freispruch der nicht „wegen erwiesener Unschuld“ sondern „nur“ aus Mangel an Beweisen erfolgt sei. Hier hat Frau Schwarzer dann auch gleich den nächsten Skandal ausgemacht:

„Doch genau das bedenken der mangels Beweise Freigesprochene und seine Anwalts-Truppe keineswegs. Kachelmann gibt seither munter – und ungestraft! – Interviews bzw. lässt sie geben, in denen er behauptet, unschuldig zu sein, die Frau sei eine rachsüchtige Lügnerin.“

Ja glaubt man es. Da darf sich also jemand der freigesprochen wurde ungestraft (!) hinstellen und sagen, dass er unschuldig war. Wo leben wir denn? Etwa im Rechtsstaat (dem Rotz des Weissen Mannes)? 

Aber Frau Schwarzer beweist auch Humor:

„Ich muss zugeben, dass das alles mich dermaßen anwidert, dass ich nur noch wenig Lust verspüre, mich mit dem Fall Kachelmann weiter zu beschäftigen. Aber: Es bleibt mir nichts anderes übrig!“

Hehe..die arme Alice Schwarzer. Jetzt „zwingt“ der böse Kachelmann sie noch dazu, dass sie wieder über ihn schreiben muss. Wo sie doch gar keine Lust hat.

(Ich habe übrigens eine Bürowette laufen, wann Alice die nächste einstweilige Verfügung kassiert)

Alice Schwarzer kassiert einstweilige Verfügung für „Unwort des Jahres“

Posted in Feminismuskritik, Kachelmann on Februar 29, 2012 by lawen4cer

In einem früheren Beitrag hatte ich schon darauf hingewiesen, dass die Zeitschrift EMMA „Unschuldsvermutung“ und „einvernehmlicher Sex“ zum Unwort des Jahres erklärt bzw. vorgeschlagen hatten. Das Ganze hat nun auch ein juristisches Nachspiel, denn das Landgericht Köln hat hierzu nun eine einstweilige Verfügung gegen Frau Schwarzer erlassen:

Für die Details sei auf die Presserklärung des Kollegen Höcker verwiesen.

„Obgleich das Landgericht Mannheim den Wettermoderator und Unternehmen vom Vorwurf der Vergewaltigung einstimmig und rechtskräftig freigesprochen hatte, suggerierte Alice Schwarzer den Lesern ihrer Publikation EMMA zum wiederholten Male anderes: Sie nutzte die Wahl des Unwortes 2012, um zwei eigene Unworte vorzuschlagen, nämlich “einvernehmlicher Sex” und “Unschuldvermutung”.

Es ist nicht das erste und auch nicht das zweite Mal, dass Alice Schwarzer eine gerichtliche Verfügung kassiert, weil sie unzulässigerweise in ihrer Berichterstattung den Eindruck zu erwecken versucht, dass Jörg Kachelmann eine Vergewaltigung begangen habe, obwohl er von diesem Vorwurf freigesprochen worden ist.

Der gern erhobene Vorwurf des „victim blaming“

Posted in Feminismuskritik on Februar 29, 2012 by lawen4cer

Wenn Ihnen ein Polizist raten würde, Ihre Haustür doch besser mit einem Sicherheitsschloss aufzurüsten, um die Gefahr eines Einruches zu verringern oder Sie darauf hinweist, dass es Nachts in bestimmten Stadtviertel gefährlich sein könnte mit derart protzigem Schmuck herumzulaufen, weil Sie dadurch schnell Opfer eines Raubes werden könnten – fänden sie das angemessen? Oder wären Sie empört, weil Ihnen hier „als Opfer“ eine „Mitschuld“ unterstellt wird? Würden Sie den Polizisten beschimpfen und für ihr Recht auf unverschlossene Türen, Schmuck und nächtliche Spaziergänge demonstrieren?

Im Bereich der Prävention von Sexualstraftaten sieht das oft genau so aus. Ratschläge, die sich an Frauen richten und zum Inhalt haben die Gefahr eines sexuellen Übergriffes zu mindern werden hier schnell als „victim blaming“ verschrien. Es wird unterstellt, dass damit dem Opfer eine Teilschuld (z.B. an einer Vergewaltigung) zugeschoben werden soll. Ein sehr drastischer Auswuchs waren die sog. „Slutwalks“ im letzten Jahr, bei denen oft leichtbekleidete Frauen dagegen demonstrierten, dass Ihnen aufgrund ihrer Bekleidung eine Mitverantwortung an Übergriffen gegeben wird.

 Im Blog der Mädchenmannschaft wird dazu eine aktuelle Kampagne des Münchener Kulturzentrums unterschwellig kritisiert, weil Sie sich an die potentiellen Opfer wendet und nicht an potentielle Täter.

„Es lässt sich darüber streiten, warum sich eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt in erster Linie an (potentiell) Betroffene und nicht an (potentielle) Täter richtet“

Besonders aber regt sich die Mädchenmannschaft darüber auf, dass ein Polizist den Ratschlag erteilt, dass Frauen das Risiko einer Vergewaltigung mindern könnten, wenn sie es vermeiden sich öffentlich stark zu betrinken:

Samietz sagt, dass auch Frauen “wahnsinnig viel trinken und dann nichts mehr wissen”. Würde weniger getrunken, hätte man weniger Fälle von sexuellen Übergriffen.

Hier sieht die Mädchenmannschaft (mal wieder) einen Fall von „victim blaming“ und entsprechend rot:

Es scheint nach wie vor völlig legitim zu sein, den Fokus nicht auf eine konsequente Täterarbeit zu richten, sondern potentiell Betroffenen Ratschläge zu erteilen, um ihnen im Fall eines Übergriffs deren Nichtbefolgung vorzuwerfen und somit eine Mitschuld an sexualisierter Gewalt zu geben. Alkoholkonsum, Kleidung und Aussehen von Betroffenen zählen nach wie vor zu den beliebten Erklärungsmustern, wenn es um Vergewaltigung geht.

Konsequente Täterarbeit? Hier wird offenbar davon ausgegangen, dass die Polizei nicht potentiellen Opfern raten darf, wie sie eine Straftat verhindern können, sondern das die Polizei lieber den potentiellen Tätern sagen soll, doch bite bitte künftig nicht zu vergewaltigen. Das Problem bei dieser Sichtweise ist – dass sie bei aller politischen Korrektheit -niemandem nützt. Natürlich hat eine Frau „das Recht“ auch leichtbekleidet und im Extremfall sturzbetrunken nachts in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein, ohne das dies als Rechtfertigung für einen Übergriff herhalten kann.

Aber genauso gut habe ich das Recht meine Wohnungstür unverschlossen und sperrangelweit offen zu lassen, wenn ich das Haus verlasse. Wenn ich mich dann nach meiner Rückkehr bestohlen finde muss mir klar sein, dass ich die Gefahr trotzdem durch eigenes (rechtlich zulässiges Verhalten) vergrößert habe.

Es ist nicht angebracht einem tatsächlichen Opfer einer Straftat hinterher zu sagen, es sei „selber schuld“. Schon gar nicht kann ein Straftäter dadurch entlastet werden. Wenn es aber um Verbrechensprävention geht, halte ich es durchaus für angebracht aufzuzeigen, dass ein gewisses Verhalten die Gefahr eines entsprechenden Verbrechens vergrößert. Und zwar unabhängig davon, ob wir das jetzt doof finden oder wir dieses Verhalten als gesellschaftlich zulässig erachten. Risiko bleibt Risiko. Und gegen ein Verbrechen zu demonstrieren führt kaum zu dessen Verhinderung bei. Und die öfter wiederkehrende Idee, eine Kampagne zur Verbrechensprävention sollte sich doch bitte nicht an die Opfer sondern die Täter richten halte ich für einfach nur naiv. Dem Täter wird bereits durch die Strafbarkeit seiner Tat signalisiert, dass sein Verhalten gesellschaftlich nicht legitimiert ist.

Wenn jemand sie also davor warnt, nachts allein einen Wald zu betreten, weil ein Bär sie dort anfallen könnte, würden Sie dann auch wütend entgegen „sag das doch dem Bären und nicht mir, denn es ist mein gutes Recht auch nachts durch den Wald zu schlendern“? Oh ich weiss, die Frage ist nicht ganz fair, denn natürlich hinkt mein kleiner Vergleich. Ein Bär ist einer rationalen menschlichen Ansprache ja gar nicht zugänglich, er folgt nur seinen eigenen momentanen Instinkten ohne sich darüber moralische Gedanken zu machen. Ein Vergewaltiger ist da natürlich ganz anders.  Nicht.

 Exkurs: Teilweise wird angezweifelt, ob zwischen dem von der Polizei kritisierten leichtsinnigen Verhalten einer Frau und einem nachfolgenden Übergriff überhaupt ein Zusammenhang besteht, weil in der Praxis angeblich die entsprechenden Opfer ohnehin nicht dem Klischee „leichtbekleides Mädchen“ wurde Opfer vom „fremden Mann im dunklen Park“ entsprechen würden. Wenn dies der Fall sein sollte, dann ist der Ratschlag der Polizei zwar sinnlos aber noch immer kein Fall von „victim blaming“.

Shitstorm oder: Wenn das Internet zurückrotzt – Nadine Lantzsch Teil 2

Posted in Feminismuskritik on Juli 15, 2011 by lawen4cer

Nachdem auch Udo Vetter die Aussagen von Nadine Lantzsch zum Wert des Rechtsstaates und der Aufklärung („von weißen Männern erfundener Rotz“) in einem Beitrag kommentiert hatte, brach im Netz ein ziemlicher Entrüstungssturm über Frau Lantzsch herein. Der Beitrag von Udo Vetter hat derzeit 792 Kommentare. Sucht man bei Twitter in diesen Tagen nach „Lantzsch“ oder „Rotz“ kann man auch hier die Diskussion verfolgen.

Das Thema wird mittlerweile an diversen Stellen besprochen:

Die Bibliothek der Medienelite

Zur Debatte um die Abschaffung des Rechtstaats und des tiefsten Mittelalters.

http://www.internet-law.de/2011/07/der-disput-zwischen-nadine-lantzsch-und-udo-vetter.html

http://www.bildblog.de/31816/rechtsstaat-weekly-world-news-buschi/

http://www.piratenweib.de/der-rotz-von-udo-vetter

Lila Rassismus und Verschwörungstheorien

Udo und die Vetteranen

 Nadine Lantzsch – Vielleicht doch zweimal hinsehen, bevor man mit dem Bashing loslegt.

Auch Frau Lantzsch hat wohl gemerkt, dass allein mit dem Löschen kritischer Kommentare zu ihrem Blogbeitrag 

„Was sachlich und differenziert ist, ist zum Glück Ermessenssache. Ich diskutiere meine Moderationspolitik nicht.“

und schließlich dem Abschalten der Kommentarfunktion im eigenen Blog der Sache nicht  Herr (oder besser Frau) zu werden ist. In einer weiteren Stellungnahme verteidigt sie nun ihre Aussagen.

Nun, spannend, was alles so in Artikel hineingelesen werden kann. Ich gebe zu, meine Kritik an der Aufklärung, war etwas kurz gefasst, zu polemisch, um allgemein verständlich und nachvollziehbar zu sein. Es sind ja bereits ganze Bücher darüber verfasst worden, warum die Aufklärung zuvor durch Gott legitimierte Ungleichheiten in der Gesellschaft lediglich intellektualisiert umcodiert hat. Kant war ein Rassist, der Schriften über Menschenrassen und die “wilden Ureinwohner” verfasst hat. Schriften über Weiße als “überlegene Menschen”, die Vorläufer vom Herrenrassenmodell. Das sind Tatsachen. Dass die französische Revolution und der Kampf der Bürgerlichen um Demokratie zunächst einmal nur die Rechte von Männern absicherte, ist auch Tatsache. Das “allgemeine” Wahlrecht bedeutete das Wahlrecht für Männer, das feministische Bewegungen erst für Frauen erkämpfen mussten. Dass Rassismus eine Legitimationsgrundlage ist, die von den Erben der Aufklärung erfunden und institutionalisiert werden musste, um koloniale Eroberungen trotz Gültigkeit universaler Menschenrechte zu rechtfertigen, das sind ebenfalls Tatsachen. Tatsachen, die zum Allgemeinwissen gehören. Sollten. Auch zu dem von Udo Vetter.“

Im Rahmen ihrer kleinen Geschichtsstunde vergisst Nadine Lantzsch jedoch, dass Kernpunkt der Kritik an Ihren Behauptungen nicht  die akademisch historische Bewertung der damaligen Zustände (also zu Zeiten der Aufklärung) war und auch nicht die Frage, ob man die Ansichten Kants (den Nadine Lantzsch ja einen Rassisten nennt)  eins zu eins noch auf die heutige Zeit übertragen kann. Kern der Kritik war vielmehr die Behauptung von Nadine Lantzsch , auch der heutige Rechtsstaat sei „Rotz“, weil er einen Freispruch von Strauss Kahn möglich macht und dies habe seine Ursache einzig darin, dass der Rechtsstaat von weißen Männern erdacht worden sei um eigene Privilegien zu schützen.

„Was ja am Ende, glaubt mensch an die Macht von Sprache, Texten und Diskursen u.a. dazu führt, dass Wichser wie Strauss-Kahn trotz relativ eindeutiger Beweislage wohl am Ende freigesprochen werden. Begründet wird das dann gern mit dem Rechtsstaatlichkeitsprinzip, der Aufklärung und all dem Rotz, der von weißen europäischen Männern in mächtigen Positionen erfunden wurde, um ihren Besitzstand zu wahren und universale Menschenrechte für ihren eigenen Vorteil zu instrumentalisieren.“

Das ist einwesentlicher Unterschied, der nicht verwischt werden sollte. Die beleidigte Reaktion von Nadine Lantzsch zeigt übrigens auch, dass sie es zwar gewohnt ist derbe auszuteilen, aber Kritik an den eigenen Auffassungen am liebsten als antifeministisches derailing oder schlichtweg „getrolle“ abtut.

„feminismus ist ja auch so ein bisschen perlen vor die säue.“

„übrigens, ihr penner: wir sind nicht nur im netz, wir warten auch offline auf euch.“

(Nadine Lantzsch bei twitter)

Vielleicht wäre es eben doch besser gewesen eine Diskussion mit (ernsthaften) Kritikern im eigenen Blog zu führen, anstatt dort die eigene akademische Deutungs- (und Löschungs)macht gegenüber den Lesern überdeutlich heraushängen zu lassen. Nun ist ihr die Diskussion entglitten und findet eben an anderen Stellen im Netz statt, wo auch Frau Lantzsch kein Hausrecht mehr hat und nur Kommentatoren unter vielen ist und dort auch mit heftiger Kritik und Anfeindungen konfrontiert ist. 

Nadine Lantzsch vertritt übrigens an anderer Stelle auch die Auffassung, dass Migranten das Recht haben rassistisch zu sein.

 Weiterführende Artikel:

Leitkultur Feminismus beim Spiegelfechter

Harter Schlag ins Leere bei der SZ

„Von weißen Männern ausgedachter Rotz“ – Frau Lantzsch erklärt uns den Rechtsstaat

Posted in Feminismuskritik on Juli 12, 2011 by lawen4cer

Die Verbitterung darüber, dass nun schon der zweite Prominente Vergewaltigungsfall sich wahrscheinlich als nicht haltbar herausstellt sitzt offensichtlich tief. So tief, dass einige Kommentatoren scheinbar jedes Maß verlieren. Das nachfolgende Zitat stammt aus dem Blog „Medienelite“ von Nadine Lantzsch. Frau Lantzsch hat in der Vergangenheit diverse Artikel für den Tagesspiegel geschrieben. Ich hatte eigentlich erst vor dieses Zitat zu kommentieren, aber es spricht eigentlich für sich selbst:

„Die aktuellen Vergewaltigungsfälle werden medial begleitet von Geschlechterstereotypen und Verharmlosungen sexistischer Verhältnisse. Was ja am Ende, glaubt mensch an die Macht von Sprache, Texten und Diskursen u.a. dazu führt, dass Wichser wie Strauss-Kahn trotz relativ eindeutiger Beweislage wohl am Ende freigesprochen werden.

Begründet wird das dann gern mit dem Rechtsstaatlichkeitsprinzip der Aufklärung und all dem Rotz, der von weißen europäischen Männern in mächtigen Positionen erfunden wurde, um ihren Besitzstand zu wahren und universale Menschenrechte für ihren eigenen Vorteil zu instrumentalisieren.“

Zur Erläuterung:

* Bei den von Frau Lantzsch angesprochen „aktuellen Vergewaltigungsfällen“ dürfte es sich um das hinlänglich bekannte Kachelmann Verfahren handeln, dass mit einem Freispruch endete, weil eine Vergewaltigung nicht festgestellt werden konnte und um das Verfahren Strauss-Kahn, bei dem inzwischen ebenfalls Zweifel an der Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers bestehen.

**  Das Rechtsstaatlichkeitsprinzip,  bildet die Gegenposition zum sog. Unrechts- oder Willkürstaat.  Ein Rechtsstaat ist in erster Linie ein Staat, der seine eigene Staatsgewalt  selbst an Recht und Gesetz bindet.

 *** Aufklärung erklärt wikipedia sehr gut:  „Zum Programm der historischen europäisch-nordamerikanischen Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert gehört die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, eine Hinwendung zu den Naturwissenschaften in der philosophischen Erkenntnistheorie, in Religionsfragen das Plädoyer für Toleranz gegenüber anderem Glauben, in Moral- und Rechtsphilosophie die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte Aufklärung auf die Ausdehnung der persönlichen Handlungsfreiheit (Emanzipation), auf eine neue Pädagogik, die Schaffung von Pressefreiheit und die Garantie bürgerlicher Rechte unter Zugrundlegung allgemeiner Menschenrechte sowie die Verpflichtung moderner Staaten auf das Gemeinwohl. Viele Aufklärer hegten einen ausgeprägten Zukunfts- und Fortschrittsoptimismus. Sie folgten der Vorstellung, dass sich die wesentlichen Probleme des menschlichen Zusammenlebens in einer vernunftorientierten Gesellschaft schrittweise lösen würden.“

 

Update Nr. 1:

Inzwischen hat auch Udo Vetter im lawblog die Sache kommentiert.

Update Nr. 2

Wer bei Twitter mal „Rotz“ eingibt kann die Verbreitung der Diskussion verfolgen

Frau Lantzsch hat nach zunehmend kritischen Kommentaren die Kommentarfunktion in ihrem Blog deaktiviert