Archiv für August, 2013

Jabba the Hutt

Posted in Uncategorized on August 22, 2013 by lawen4cer

Heute treffe ich mich mit einem Unternehmer und Mandanten, den ich gedanklich als „Jabba the hutt“ abgelegt habe. Dieser Vergleich beruht nicht nur auf einer gewissen körperlichen Ähnlichkeit, wenn er in seinem schweren Ledersessel hinter seinem Schreibtisch thront, sondern auch auf der Art und Weise, wie er von dort aus seinen Untergebenen das Leben zur Hölle macht.

jabba

„Frau Dingens ich brauche mal eben die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Bhutan in den frühen 80ern in Korrelation zur dortigen Wirtschaftsleistung. In 5 Minuten. Aber bitte aufbereitet, ich will nicht wieder soviel lesen müssen“

Frau Dingens lächelt tapfer, nur um wahrscheinlich an ihrem Schreibtisch schluchzend zusammenzubrechen.

Entscheidungen jeglicher Art werden in diesem Unternehmen ausschließlich von Jabba persönlich getroffen. Seine Lakaien trauen sich zumindest nicht selbst auch nur kleinste sprachliche Änderungen in Schriftsätzen freizugeben.

Freilich beruht dieses Entscheidungsmonopol nicht auf überragender Sachkenntnis. Für diese Details hat er seine Leute, die stets bereit stehen müssen, um auf Stichwort die passenden Angaben vortragen zu können. Die sind dann natürlich auch Schuld, wenn mal was schiefgeht.

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life is short

Posted in Uncategorized on August 19, 2013 by lawen4cer

Großkanzlei-Blogs haben trotz offensichtlich ungebrochenem Leserinteresse augenscheinlich eine eher kurze Lebensdauer.

In dieser Hinsicht schießt dieses Exemplar aber  die Eintagsfliege  den Vogel ab.

dress to success part 1 – suit up!

Posted in Dresscode, welcome to the jungle on August 15, 2013 by lawen4cer

Anfänger in einer Großkanzlei, Wirtschaftsboutique und vermutlich auch in sonstigen Berufen im gehobenen Wirtschaftsleben stehen vor der Herausforderung sich spätestens bis zum Arbeitsbeginn eine angemessene Garderobe anlegen zu müssen bzw. das bereits vorhandene Material sichten und zu erweitern.

Aus meiner Sicht ist folgende Mindestausrüstung erforderlich um halbwegs komfortabel klarzukommen:

Anzüge – drei

Der Anzug ist das Herzstück der künftigen Garderobe. Die Rüstung des jungen Associate. Der Anzug ist auch eine Art Uniform. Ziel ist es nicht damit optisch deutlich hervorzustechen sondern sich optisch einzufügen. Ein guter Anzug ist keineswegs „steif“ – wie oft von Nichtanzugträgern befürchtet – sondern sehr bequem zu tragen.

 

suit up

Da ein Anzug täglich getragen wird sollten am Anfang mindestens drei vorhanden sein. Denkbar ist folgende Kombination anthrazit einfarbig, dunkelblau einfarbig und ein Anzug mit Nadelstreifen in einer dezenten Farbe der Wahl. Von einem schwarzen Anzug für das Büro ist eher abzuraten. Später kann und sollte die Auswahl dann ergänzt und ausgebaut werden.

Der Anzug muss für den Anfang nicht zwingend teuer sein, auch wenn sich hier eine gewisse Anfangsinvestition in solide Qualität auszahlt. Von essentieller Wichtigkeit ist der Sitz des Anzuges, besonders an den Schultern. Kaum etwas verdirbt den guten Gesamteindruck so sehr, wie ein schlecht sitzender schlabbernder Anzug. Wer das nicht glaub mag sich einmal im Wartebereich eines Businessfluges an einem beliebigen deutschen Flughafen umsehen. Der Anzug sollte zudem aus Wolle gefertigt sein und nicht aus Polyester. Ja, das sieht man. Ein guter Einsteigeranzug bewegt sich so im Preisrahmen von 300 bis 500 EUR.

Der Schnitt sollte modisch aktuell sein, der Kommunionsanzug der doch noch so toll passt bleibt daher im Schrank. Gegenwärtig haben die meisten Anzüge nicht mehr als zwei Knöpfe und sind schmal und scharf geschnitten. Zweireiher sind ein schwieriges Thema für sich, am Anfang rate ich in jedem Fall zum Einreiher.

Gerade wenn am Anfang nur wenige Anzüge vorhanden sind, die dementsprechend oft getragen werden ist die Pflege (Lüften, auf passenden Bügel lagern, regelmäßig reinigen lassen) besonders wichtig.

In der nächsten Folge werde ich mich dann dem Hemd widmen.

Neues von Richter Langsam

Posted in Richter on August 14, 2013 by lawen4cer

Der versierte Leser erinnert sich vielleicht noch an Richter Langsam.  Zwischenzeitlich sind sämtliche Verfahren, die ich bei diesem Richter hatte nach und nach auf wundersame Weise  auf andere Kollegen übergegangen. Auf meine freundliche Nachfrage bei einem Richter im Anschluss an einen Verhandlungstermin wurde mir mitgeteilt, dass Richter Langsam nun „mit anderen Aufgabenbereichen betraut  wurde“, man munkelt irgendwas von Betreuungsrecht.

Mir soll es recht sein.

Telefonpartnerin

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on August 13, 2013 by lawen4cer

Telefonpartnerin telefoniert gerade.

Telefonpartnerin telefoniert eigentlich fast immer. Wenn man in ihr Büro hereinschaut sieht man Sie im Regelfall mit Hörer am Ohr am Schreibtisch. Auf der Telefonanlage ist neben ihrer Durchwahl fast durchgehend das Besetztzeichen zu sehen. Das ist lästig wenn man gerne etwas mit ihr besprechen möchte. Der günstigte Zeitpunkt für ein Gespräch ist direkt nachdem sie aufgelegt hat in ihr Büro zu stürmen. Leider hat man hier nicht viel Zeit, denn garantiert klingelt gleich wieder das Telefon.

Es sind keine Privatgespräche, soviel ist sicher. Möglicherweise sind es auch einfach die Mandanten, die sie ständig telefonisch behelligen. Nur habe ich mit einem Großteil dieser Mandanten auch selbst zu tun. Natürlich gibt es da telefonische Anfragen, aber meine Gespräche ziehen sich selten über länger als 30 Minuten hin.  Telefonpartnerin kann dagegen locker zwei Stunden in der Leitung hängen und danach fast nahtlos gleich zur nächsten Telefonkonferenz übergehen.