Archiv für Januar, 2012

Kachelmann: Krude Verschwörungstheorien von Alice Schwarzer

Posted in Uncategorized on Januar 31, 2012 by lawen4cer

Alice Schwarzer hat den Freispruch von Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung auch  ein halbes Jahr später augenscheinlich noch immer nicht verkraftet. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Anwälte von Herrn Kachelmann erfolgreich gegen Frau Schwarzer wegen unzulässiger Berichterstattung vorgehen und das von ihr geplante Buchprojekt über das Verfahren Kachelmann wohl auch in Rauch aufgelöst wurde.

 In einem Eintrag auf Ihrem Blog vom 06.01.2012 stellt sie die bedeutungsschwere Frage „Was steckt dahinter?“ und fabuliert nachfolgend munter von einer Art Medienverschwörung, gesteuert von finsteren Anwälten (Litigation-PR) mit dem (erfolgreichen) Ziel das Gericht durch Mediendruck in seiner Entscheidung zu beeinflussen.

Diese Meinungsmacher bei Prozessen sind hochhonorierte Kräfte, die mit allen, nicht selten wirklich allen Mitteln versuchen, direkt die öffentliche Meinung – und damit indirekt auch das Gericht – zu beeinflussen, zu Gunsten des Angeklagten.“ 

 Frau Schwarzer ist damit offensichtlich der Meinung, mit ein bisschen Medienrummel könne man das gewünschte Prozessergebnis schon hinbiegen:

„Seinen Beratern gelang es nach dem Anwaltswechsel zu Johann Schwenn innerhalb weniger Monate, aus dem Schmuddelimage eines Mannes mit vielen Doppelleben ein von rachsüchtigen Frauen verfolgtes Unschuldslamm zu machen. Freispruch.“

Mit dieser besonderen Sicht auf den Rechtsstaat muss es sie umso mehr schmerzen, dass ihre eigenen Bemühungen über Medienveröffentlichungen eine Verurteilung zu erreichen gescheitert sind.

Weite Teile der Medien und die Mannheimer Justiz duckten sich offenbar zunehmend unter dem Diktum dieser führenden Leitmedien. Kaum noch einer wagte, eine andere Haltung zu vertreten. Wer es dennoch tat – wie ich in Bild, um in einem tagesaktuellen Medium mit hoher Auflagen gegenzuhalten –, wurde nicht etwa sachlich widerlegt, sondern mit dem schlichten Argument abqualifiziert: Schwarzer schreibt im falschen Blatt. Nämlich in Bild. Klar, die Zeit war ja schon vergeben.“

 Es ist direkt rührend, wie Frau Schwarzer hier versucht ausgerechnet die BILD (Deutschlands auflagenstärkste Zeitung) zur kleinen Stimme der Wahrheit in einer Übermacht kachelmannfreundlicher Zeitungen darzustellen.

Nebenbei erfindet Frau Schwarzer dann noch den „Freispruch 3. Klasse“ – den Kachelmann nach ihrer Auffassung nur erhalten habe. Man darf gespannt sein, wie viele Klassen von Freispruch Frau Schwarzer der Rechtslehre noch hinzufügen möchte.

Wirklich problematisch sind die Passagen, in denen Alice Schwarzer dem Gericht direkt oder indirekt vorwirft nicht nach Recht und Gesetz, sondern nach Medienlage geurteilt zu haben:

 „Mir war bis dahin, ehrlich gesagt, nicht klar, in welchem Ausmaß die öffentliche Meinung manipuliert und ein Gericht eingeschüchtert werden kann. Und ebenso wenig, wie chancenlos mutmaßliche Opfer sexueller Gewalt strukturell in den Mühlen der Justiz sind.“

Hier erhebt Alice Schwarzer nämlich möglicherweise den Vorwurf der strafbaren Rechtsbeugung durch das Landgericht Mannheim, wenn sie zunächst das Urteil als sachlich falsch und nur aufgrund von Einschüchterung des Gerichts durch die Medien zustande gekommen bezeichnet.

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Hatte sich mal beworben

Posted in Feld-Wald-Wiese, Gegner, Gossip on Januar 31, 2012 by lawen4cer

Die Gegenseite begründet ihre eher abenteuerliche Rechtsauffassung mit einem Zitat aus einem mir unbekannten Fachbuch. First Chair Partner wirft einen kurzen Blick auf den zitierten Autor und meint trocken: „Der hatte sich mal bei uns beworben. Haben wir aber abgelehnt“.

EMMA erklärt „Unschuldsvermutung“ zum Unwort des Jahres

Posted in Uncategorized on Januar 30, 2012 by lawen4cer

Dass die EMMA und ihrer Herausgeberin Alice Schwarzer Probleme mit dem rechtsstaatlichen Verfahrensprinzip der Unschuldsvermutung haben, wurde bereits in der Vergangenheit im Rahmen der Berichterstattung über den Kachelmann Prozess und die Affäre um Dominik Strauss-Kahn mehrfach eindrucksvoll bewiesen.

„Unschuldsvermutung auch für das Opfer“ lautete damals der rhetorische Kunstgriff mit dem versucht wurde, das Recht des Angeklagten, als unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils zu gelten, wenigstens in der eigenen Berichterstattung auszuhebeln.

Aktuell setzt die EMMA noch eins drauf und schlägt auf ihrer Website (etwas versteckt in der linken Randleiste) vor „Unschuldsvermutung“ und „Einvernehmlichen Sex“ zu den Unwörter de Jahres zu erklären:

Nun steht also das „Unwort des Jahres 2011“ fest: „Döner-Morde“. Die Jury der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (fünf Männer, eine Frau) wählte den Begriff, den selbst Innenminister Friedrich verwendete, weil die „folkloristisch-stereotype Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie“ die Opfer „in höchstem Maße diskriminiert“. EMMA schließt sich der Begründung an, hätte aber auch noch zwei weitere Vorschläge gehabt: „einvernehmlicher Sex“ und „Unschuldsvermutung“. Begründung? Da fragt man am besten Nafissatou Diallo oder Claudia D. oder irgendeine von den 86800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltiger nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden.

EMMAonline, 18.01.2012
 
http://www.emma.de/

Schmerzensmänner – Zwischen Schlappschwanz und potentiellem Vergewaltiger…

Posted in Uncategorized on Januar 19, 2012 by lawen4cer

…scheint sich das feministische Männerbild in seinen Extremen zu bewegen. Zumindest legen das einige aktuelle Artikel und Blogeinträge aus jüngster Zeit nahe.

Nina Pauer beklagt in Ihrem Artikel auf Zeit-online sowie auch in Ihrem Blog „Die Schmerzensmänner“.  Kerninhalt des Artikels. Der neue sensible und weichgespülte Mann kriegt es vor lauter Selbstreflektiertheit bei den Frauen  nicht meht  gebacken;

„Was als eine begrüßenswerte Mentalitätsreform des alten Männerbildes begann, hat inzwischen groteske Züge angenommen. Das eigene Leben reflektierend und ständig bemüht, sein Handeln und Fühlen sensibel wahrzunehmen, nach außen zu kehren und zu optimieren, hat er sich auf einer ewigen Metaebene verheddert, von der er nicht wieder herunterkommt.

Die erfolgreiche Kommunikation mit seinem weiblichen Gegenüber, in Liebesdingen ohnehin notorisch unwahrscheinlich, ist damit noch ein Stück weiter in Richtung Unmöglichkeit gerückt. Denn auf die junge Frau wirkt die neue männliche Innerlichkeit, das subtile Nachhorchen in die tiefsten Windungen der Gefühlsregungen schrecklich kompliziert. Und auf die Dauer furchtbar unsexy.“

Unsexy also.
Besonders bemängelt Frau Pauer, dass der neue Mann es offenbar nicht meht hinbekommt eine Frau vernünftig zu küssen:

Der junge Mann spricht nur nachts, betrunken, direkt zu ihr. Er sei verletzt worden in der Vergangenheit, er wolle seinerseits nicht verletzen, erklärt er mit ernstem Blick. Und schafft es danach schließlich doch noch, die junge Frau kurz zu küssen, nur um sich danach sofort für seine plumpe Hemmungslosigkeit zu entschuldigen. Die nächsten Treffen werden verkrampft. Spiegeln gleich stehen sich die Geschlechter gegenüber und hyperreflektieren ihre Beziehung zu Tode, bevor sie überhaupt angefangen hat. Die Körper haben keine Chance gegen ihre Köpfe, die junge Frau geht. „

Wo solch Verhalten eigentlich herkommt ist schnell erklärt, wenn man die andere Sicht auf zwischenmenschliches Miteinander betrachtet, die gegenwärtige verbreitet wird. Auf Berlin Hollaback beklagt eine nichtgenannte Autorin schon, dass sie überhaupt von Männern nur angesprochen wird in einem Ton, als habe man(n) versucht gewaltsam über Sie herzufallen:

„Es gibt eine Sache die mich rasend macht:
auf der Strasse oder meistens in Clubs/auf Parties angesprochen zu werden mit der Frage warum ich denn nicht lächele?! Ich kann mich an keinen Club, keine Party erinnern, auf der es mir möglich war unbehelligt mich auszuruhen, einfach zu irgendwo zu sitzen OHNE von random Schwänzen belabert und belästigt zu werden. Offenbar ist es als Frau unmöglich eine Party ALLEINE zu genießen!Es sind auch immer die gleichen Kerle: besoffen – mindestens angetrunken – die meinen mich belästigen zu dürfen“

„Das letzte Mal auf einer Neujahrsparty. Ich saß einfach da, habe gewartetm hab mich sehr wohl gefühlt – kein Stress, Nichts! Aber nach einer Weile wurde es immer unangenehmer. Wie Geier wurde ich von immer mehr Typen umkreist: erst fragen sie ob da noch Platz wäre, dann wollen sie irgendwelche Small Talk Gespräche anfangen und natürlich wenn gar nichst geht – ergo ich nicht auf diese Kerle reagiere, dann wird die “nette Onkel” Nummer ausgepackt: “Gehts Dir nicht gur? Alles klar? Hat Dein Freund Dich sitzen gelasseen?!
Die ganze Scheiße. Und das nervigste ist: es ging mir fantastisch bis diese Kerle anfangen. Die sind es, die mir das Lachen vertreiben, weswegen ich nicht weggehen will oder kann und nur wegen dieser elenden Scheiße wurde mir meine Neujahrsfeier vermiest“

„Ich hab es satt! Ich wünschte ich hätte dem einen super penetrante Kerl, der auch noch meinte mich über mein Leben ausfragen zu dürfen und obwohl ich sehr deutlich gemacht habe, dass es ihn einen Scheißdreck angeht und ich weniger als kein Interesse habe mit ihn zu sprechen, er nicht weggegangen ist und mich weiter mit seinen Theorien über mich zugetrasht hat!“

Und jetzt stellen wir uns mal vor was passiert wäre, wenn einer von Nina Pauers „Schmerzensmännern“ die oben zitierte Autorin nicht nur angesprochen, sondern vielleicht sogar geküsst hätte. Wollen wir das?

Nein.

Nun ist Berlin Hollaback nicht etwa eine Plattform für frustrierte Unterschichtsfeministinnen, auch wenn dieser Artikel diese Vermutung nahelegt, nein, diese Plattform dient nach Eigendarstellung dazu sexuelle Gewalt zu bekämpfen. Wobei der Gewaltbegriff dort sehr weit gefasst wird:

„Welche Form der Anmache auch immer – ob ‘Cat Calling’, sexistische, sexualisierte, rassistische, homophobe, transphobe, beHindernde oder anders verletzende: Wir wollen nicht ruhig sein und verdrängen. Denn: ob Worte, körperlicher Übergriff oder Masturbation in der Öffentlichkeit – Jede Anmache auf der Strasse, bei der Arbeit, in der Schule, in der Uni, im Club, beim Sport, zu Hause…egal wo…ist Gewalt! „

 

Weihnachtskartenranking

Posted in Kanzleialltag, welcome to the jungle on Januar 2, 2012 by lawen4cer

Zur Weihnachtszeit gehen viele Grußkarten zufriedener Mandanten bei uns ein. Es sind Klappkarten aus edlem Papier, geschmackvoll ausgesucht und mit warmen Worten des Dankes versehen, persönlich handunterschrieben von Abteilungsleitern, Bürgermeistern oder Geschäftsführern. .Der Großteil davon landet natürlich bei den Partnern – oft auch wenn das entsprechende Mandat federführend eigentlich von einem Associate bearbeitet wurde.

Es ist daher ein Zeichnen besonderer Anerkennung, wenn solche Grußkarten direkt an den für das Mandat zuständigen Associate gerichtet sind. Auch die Partner nehmen das wohlwollend zur Kenntnis, denn sie werten das als einen Ausdruck besonderer Zufriedenheit des Mandanten.

Solche Grußkarten werden dann stets so im eigenen Büro plaziert, dass sie zwar einerseits gut sichtbar sind, es aber gleichzeitig so wirkt, als seien sie eher beiläufig irgendwo abgelegt worden. Subtile Markierungen von Rang und Status. Auf der Partnerebene geht das Spielchen dann vermutlich mit der Zahl und Größe der eingehenden Präsentkörbe und Wein und Zigarrenkisten weiter. Welcome to the jungle.

Gendergerechte Sprache

Posted in Uncategorized on Januar 2, 2012 by lawen4cer

Der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin oder der beziehungsweise die an seiner beziehungsweise ihrer Stelle eingesetzte Tierarzt beziehungsweise Tierärztin leitet in fachlicher Hinsicht die Tätigkeit der Fleischinspektoren beziehungsweise Fleischinspektorinnen und Fleischkontrolleure beziehungsweise Fleischkontrolleurinnen.