Die verlorene Ehre der A. Schwarzer

Ein Opfer hatte das Kachelmann Verfahren in jedem Fall, den guten Ruf von Alice Schwarzer. Im Blog „tapfer im nirgendwo“ wird nun tapfer aber erfolglos versucht , die durch das Kachelmann Verfahren stark angeschlagene Reputation von Alice Schwarzer irgendwie zu verteidigen.

Beliebter Aufhänger auch hier mal wieder die von Alice Schwarzer speziell für das Verfahren Kachelmann erfundene „Unschuldsvermutung für das Opfer“.

„Alice Schwarzer betont lediglich, dass die Unschuldsvermutung für beide Seiten zu gelten habe und zeigt somit, dass die Unschuldsvermutung viel komplexer ist, als es manche Medien wahr haben wollten.“

Nunja, genau genommen hat Frau Schwarzer sich so ziemlich als einzige Medienvertreterin im gesamten Prozessverlauf  unfähig gezeigt, die grundlegenden Prinzipien eines Strafprozesses zu verstehen, einschließlich des doch sehr simplen Prinzipes der Unschuldsvermutung für den Angeklagten. Dafür hat sie ja auch bekanntlich einiges an „Lehrgeld“ in Form von Zwangsgeldern und einstweiligen Verfügungen zahlen müssen. Sagen wir es noch einmal ganz klar. Es gibt für ein mutmaßliches Opfer in einem Strafprozess keine Unschuldsvermutung (und natürlich auch keine Schuldvermutung), denn das angebliche Opfer ist innerhalb des Prozesses nicht Subjekt der Strafverfolgung und einer drohenden Verurteilung.

Die Idee einer Unschuldsvermutung für das Opfer ist nur ein sprachlicher Winkelzug um eine vorverurteilende Schuldvermutung für den Angeklagten irgendwie rechtfertigen zu können. Wer von einer  Unschuldsvermutung eines Opfers spricht, will damit im Zweifel den Täter für schuldig halten.

Richtig lustig wird es dann, als sich der Autor dann zu folgender kühnen These hinreissen läßt.

Dennoch hält sich im Falle Alice Schwarzer der Glaube, sie habe Jörg Kachelmann vorverurteilt und nichts vermag, diesen Glauben durch Wissen zu tilgen. Alice Schwarzer wird halt von vielen Menschen als Männerhasserin gebraucht und da hilft es nichts, dass sie für Männerechte mindestens ebensoviel getan hat, wie für Frauenrechte“.

Nein das hilft leider wirklich nichts. Möglicherweise entstand nämlich der Eindruck, dass Frau Schwarzer Herrn Kachelmann vorverurteilt hatte eher aus den Aussagen, die Frau Schwarzer selber von sich gab:

„Soziopathen sind Menschen, die sozial gestört sind und weder Einfühlungsvermögen in andere haben, noch die Fähigkeit, Schuld oder gar Reue zu empfinden. Und in der Tat muss Jörg Kachelmann sich fragen lassen, ob er gestört ist.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=5909

„Sollte das Gericht die Wahrheit nicht herausfindenund käme es auf einen Freispruch „Im Zweifel für den Angeklagten“ raus, dann wäre das eine Katastrophe. Und zwar nicht nur für die Ex-Freundin und Jörg Kachelmann, sondern für Millionen Frauen.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=5898

„Denn der Mann ist wirklich nicht zu beneiden um sein absurd rastloses, verlogenes Leben. Dieses Leben mit xxx Frauen, denen er die Ehe versprochen hat. Man fragt sich inzwischen, ob dieser TV-Meteorologe überhaupt noch aus dem Fenster gucken konnte. Er muss doch Tag und Nacht über seine Handys und Computer gebeugt gewesen sein, um seine zahlreichen Quasi-Ehefrauen Online zu halten.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=6092

„Oberstaatsanwalt Gattner rettete zuguterletzt die Ehre der Frauen. Er schilderte eindrücklich, mit welchen menschenverachtenden Manipulationen Kachelmann es geschafft haben soll, mehreren Frauen auf einmal glaubhaft zu versichern, dass sie die jeweils Einzige seien und er sie demnächst heiraten wolle.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=6461

Wir sehen also, Frau Schwarzer hat Kachelmann tatsächlich nicht vorverurteilt. Sie hat nur die Vermutung angestellt, dass er gestört sei,festgestellt, dass er ein verlogenes Leben führe, menschenverachtend manipulativ sei und, dass es eine Katastrophe für Millionen Frauen wäre, wenn er „in dubio“ freigesprochen würde. Ganz neutral also.

Aber lassen wir doch Frau Alice Schwarzer am Ende noch einmal selbst zu Wort kommen, um ihre Neutralität zu belegen.

11 Antworten to “Die verlorene Ehre der A. Schwarzer”

  1. A. Schweitzer Says:

    Alice Schwarzer hat mir ihrem sichtbaren Hass auf Männer weitere hundertausende von jungen Frauen den Gedchmack auf ein normales Beisamensein mit einem Mann vermiesst. Ein Hoch auf die Geburtenrate der Deutschen!
    Ich sehe das so, dass Frau AS heir Volksverhetzung getrieben hat. Natürlich mit Unterstützung der Medien. Vielleicht merkt es ja jemand.

  2. konniebritz Says:

    Alice Schwarzer hat sich unglaubwürdig gemacht, als sie mit der Bildzeitung zusammengearbeitet hat. Ungeachtet dessen, was sie über Jörg Kachelmann verbreitet hat oder auch nicht. Ach so feministisch sein wollen – und dann mit der Bild-Zeitung kooperieren, die auf fast jeder Seite nackte Tatsachen zeigt. Das passt einfach nicht zusammen.

    Alice Schwarzer hat damit gezeigt, dass es ihr mehr darum geht, in die Schlagzeilen zu kommen, als dass sie die von ihr verbreiteten Thesen zum Feminismus und zu Frauenrechten noch ernst nimmt.

    Bei mir ist sie endgültig unten durch.

  3. Bedenklicher als das Verhalten von Alice Schwarzer finde ich noch den Weißen Ring, bzw. einiger Mitglieder.
    Zitat:
    „Auch der Opferhilfeverein Weißer Ring fürchtet negative Folgen des Kachelmann-Prozesses. „Das Verfahren mit seinen extremen Ausuferungen wird uns in unserer Arbeit behindern, weil viele Opfer davon abgehalten werden könnten, eine Vergewaltigung anzuzeigen“, sagte Sprecher Veit Schiemann. Dass ein Freispruch nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ häufig „im Zweifel gegen das Opfer“ bedeute, sei vielen Juristen nicht bewusst.“
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,765888,00.html

    Im Ritaevaneeser’s Blog eine recht gute Zusammenfassung der Beteiligung vom Weißen Ring in Kachelmann Prozess:
    Jörg Kachelmann und das Chaos – Teil Dreiunddreissig
    http://ritaevaneeser.wordpress.com/2010/11/05/jorg-kachelmann-und-das-chaos-teil-dreiunddreissig/

    Angesichts dessen, dass der Weiße Ring eine eminent wichtige Rolle beim Opferschutz wahrnimmt, ist dieser Eingriff in einem laufenden Prozess ziemlich fragwürdig und gefährdet leider die Arbeit und die seriösität vom Weißen Ring.

  4. Schöne Zusammenstellung! Schwarzer hat vielleicht bei sehr formeller Betrachtung keine Vorverurteilung vorgenommen, aber zwischen den Zeilen wird ja eigentlich deutlich, auf wessen Seite sie steht

  5. Demokratus Says:

    Christian, das sehe ich und mit mir eine beachtlich goße Zahl Anderer , auch Fachleute bis hin zu Juristen aber völlig anders:

    unter „formeller Betrachtung“ war Schwarzer von der ersten ÖFFENTLICHEN
    Sekunde an

    unverschämt voreingenommen.

    Glücklicherweise sind jedoch ihre Argumente für ihre Voreingenommenheit, die sie, will sie ernst genommen werden, als öffentliche Person gar nicht zeigen darf

    extrem unsachlich,
    extrem unqualifiziert
    extrem unseriös

    Wetten
    damit kann sie nicht einmal die Hälfte der BILD-LESER
    beeindrucken.

    VOREINGENOMMENHEIT

    Jeder, der Schwarzers Äußerungen auch nur flüchtig verfolgt hat,

    wird MIR keine unterstellen.

    JAK hat völlig recht, wenn er sagt, dass

    SCHWARZER den Frauen schadet

    und leider; zusammen mit ihr auch die sogenannten

    OPFERVERBÄNDE

    denen zum Fall Kachelmann komplett die Sensibilität fehlt.
    Die gezeigt haben, dass sie nicht in der Lage sind, zu differenzieren
    und die gesamten Abläufe mehrdimensional zu beurteilen.

    OPFERVERBÄNDE

    sollten mit großer Verantwortung und unter der Überschrift

    GERECHTIGKEIT arbeiten.

    Inwieweit die Opferverbände hier im Lande diese Qualität haben,
    wenn man sie
    (unabhängig davon, dass sie JAK einfach verurteilt haben)

    an ihren Schlussfolgerungen zum Freispruch von JAK festmacht

    bleibt jedem selbst überlassen!

    • Demokratus Says:

      Pardon, Berichtigung :

      Austausch der Zeilen 7 – 8 und 9

      Ersatz:

      Vehement stand und steht Schwarzer hinter der Anzeigenerstatterin, was sie, will sie als öffentliche Person und professionelle Schreiberin ernst genommen werden, nicht
      zeigen darf.
      Allerdings herrschen bei BILD andere Gesetze.

      Glücklicherweise äußert sie sich nicht nur in BILD sondern ausschließlich in allen ihren Begründungen zum Fall

      extrem ….
      exttrem …
      extrem …
      Danke!

  6. Ich muss aber sagen, dass die Analogie Schwarzer–Blum keine gelungene ist. Kachelmann–Blum hätte man sich aber gut denken können.

  7. […] hier den Originalbeitrag weiterlesen: Die verlorene Ehre der A. Schwarzer « Enforcer […]

  8. […] „Unschuldsvermutung auch für das Opfer“ lautete damals der rhetorische Kunstgriff mit dem versucht wurde, das Recht des Angeklagten, als unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils zu gelten, wenigstens in der eigenen Berichterstattung auszuhebeln. […]

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