Archiv für Juni, 2011

Die verlorene Ehre der A. Schwarzer

Posted in Feminismuskritik on Juni 16, 2011 by lawen4cer

Ein Opfer hatte das Kachelmann Verfahren in jedem Fall, den guten Ruf von Alice Schwarzer. Im Blog „tapfer im nirgendwo“ wird nun tapfer aber erfolglos versucht , die durch das Kachelmann Verfahren stark angeschlagene Reputation von Alice Schwarzer irgendwie zu verteidigen.

Beliebter Aufhänger auch hier mal wieder die von Alice Schwarzer speziell für das Verfahren Kachelmann erfundene „Unschuldsvermutung für das Opfer“.

„Alice Schwarzer betont lediglich, dass die Unschuldsvermutung für beide Seiten zu gelten habe und zeigt somit, dass die Unschuldsvermutung viel komplexer ist, als es manche Medien wahr haben wollten.“

Nunja, genau genommen hat Frau Schwarzer sich so ziemlich als einzige Medienvertreterin im gesamten Prozessverlauf  unfähig gezeigt, die grundlegenden Prinzipien eines Strafprozesses zu verstehen, einschließlich des doch sehr simplen Prinzipes der Unschuldsvermutung für den Angeklagten. Dafür hat sie ja auch bekanntlich einiges an „Lehrgeld“ in Form von Zwangsgeldern und einstweiligen Verfügungen zahlen müssen. Sagen wir es noch einmal ganz klar. Es gibt für ein mutmaßliches Opfer in einem Strafprozess keine Unschuldsvermutung (und natürlich auch keine Schuldvermutung), denn das angebliche Opfer ist innerhalb des Prozesses nicht Subjekt der Strafverfolgung und einer drohenden Verurteilung.

Die Idee einer Unschuldsvermutung für das Opfer ist nur ein sprachlicher Winkelzug um eine vorverurteilende Schuldvermutung für den Angeklagten irgendwie rechtfertigen zu können. Wer von einer  Unschuldsvermutung eines Opfers spricht, will damit im Zweifel den Täter für schuldig halten.

Richtig lustig wird es dann, als sich der Autor dann zu folgender kühnen These hinreissen läßt.

Dennoch hält sich im Falle Alice Schwarzer der Glaube, sie habe Jörg Kachelmann vorverurteilt und nichts vermag, diesen Glauben durch Wissen zu tilgen. Alice Schwarzer wird halt von vielen Menschen als Männerhasserin gebraucht und da hilft es nichts, dass sie für Männerechte mindestens ebensoviel getan hat, wie für Frauenrechte“.

Nein das hilft leider wirklich nichts. Möglicherweise entstand nämlich der Eindruck, dass Frau Schwarzer Herrn Kachelmann vorverurteilt hatte eher aus den Aussagen, die Frau Schwarzer selber von sich gab:

„Soziopathen sind Menschen, die sozial gestört sind und weder Einfühlungsvermögen in andere haben, noch die Fähigkeit, Schuld oder gar Reue zu empfinden. Und in der Tat muss Jörg Kachelmann sich fragen lassen, ob er gestört ist.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=5909

„Sollte das Gericht die Wahrheit nicht herausfindenund käme es auf einen Freispruch „Im Zweifel für den Angeklagten“ raus, dann wäre das eine Katastrophe. Und zwar nicht nur für die Ex-Freundin und Jörg Kachelmann, sondern für Millionen Frauen.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=5898

„Denn der Mann ist wirklich nicht zu beneiden um sein absurd rastloses, verlogenes Leben. Dieses Leben mit xxx Frauen, denen er die Ehe versprochen hat. Man fragt sich inzwischen, ob dieser TV-Meteorologe überhaupt noch aus dem Fenster gucken konnte. Er muss doch Tag und Nacht über seine Handys und Computer gebeugt gewesen sein, um seine zahlreichen Quasi-Ehefrauen Online zu halten.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=6092

„Oberstaatsanwalt Gattner rettete zuguterletzt die Ehre der Frauen. Er schilderte eindrücklich, mit welchen menschenverachtenden Manipulationen Kachelmann es geschafft haben soll, mehreren Frauen auf einmal glaubhaft zu versichern, dass sie die jeweils Einzige seien und er sie demnächst heiraten wolle.“ http://www.aliceschwarzer.de/?id=6461

Wir sehen also, Frau Schwarzer hat Kachelmann tatsächlich nicht vorverurteilt. Sie hat nur die Vermutung angestellt, dass er gestört sei,festgestellt, dass er ein verlogenes Leben führe, menschenverachtend manipulativ sei und, dass es eine Katastrophe für Millionen Frauen wäre, wenn er „in dubio“ freigesprochen würde. Ganz neutral also.

Aber lassen wir doch Frau Alice Schwarzer am Ende noch einmal selbst zu Wort kommen, um ihre Neutralität zu belegen.

Was mit Werbung

Posted in Gossip on Juni 8, 2011 by lawen4cer

Hat die Werbeagentur Jung von Matt (Firmenlogo ist ein trojanisches Pferd) den Karrierebereich von Spiegel-online aufgekauft? Will jeder Student jetzt in die Werbebranche?

Wenn ich mir nur auf der Startseite von Spiegel-online Karriere die aufgelisteten Artikel für Berufsanfänger so anschaue, dann sind derzeit folgende Artikel zum Thema Werbung aufgelistet:

„Was mit Werbung – Alles unter einem Dach“
In dem Artikel geht es um Studenten der Stuttgarter Hochschule der Medien. Aufgemacht ist der Artikel mit dem Bild des Jung von Matt Logos.

„Brief an junge Werber – Jean Remy von Matt vermisst das Bauchgefühl“

„Kehrseite eines Traumberufes – Wilder Westen Werbebranche“
„Was mit Werbung – Wo wohnt das Böse im Schland“
„Berliner Werber Ausbildung – Vom Babyhang zur Buckelpiste“
„Ein Tag mit einer jungen Werberin – Illusionsmaschiene“ (die junge Werberin arbeitet überraschenderweise bei Jung von Matt)

„Aufnahmetest für junge Werber – Der erste Schritt zur Unsterblichkeit“

Und was kann man über die sagenhaften Karrieremöglichkeiten in der Werbebranche lesen?

Der für Einsteiger übliche Verdienst ist in der Werbung im Vergleich zu anderen Branchen knapp. Etwa 25.000 Euro brutto erhalten Berufsstarter als Jahresgehalt, das reicht in Hamburg gerade so zum Leben. In der Marketingabteilung eines Konzerns hätte Maria Groh doppelt so viel verdienen können. „Aber in der Agentur lernt man so viel mehr, hier kann man sich ausprobieren, in den Konzernen sind die Strukturen oft verkrustet.“

Muahaha

Strafanzeige gegen EMMA

Posted in Uncategorized on Juni 3, 2011 by lawen4cer

Im Internet Forum der Zeitschrift EMMA ist der Freispruch im Kachelmann Prozess nicht ganz so gut angekommen – um es mal vorsichtig auszudrücken.

Nach der Urteilsverkündung wurde dort vom Forenuser „C.P.“  z.B. folgender Beitrag veröffentlicht:

„Mein Gott, der Scheißtyp hat ein (Edit:…Inhalt an dieser Stelle  entfernt, da EMMA diesen Beitrag nunmehr selbst wieder aus ihrem Forum entfernt hat…..). “ Hier bruacht es dringend ein paar Lisbeths Salanders, die mal tüchtig aufräumen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Moderation der EMMA,

eine solche Aussage – insbesondere da diese nach der Urteilsverkündung in Ihrem Forum veröffentlicht wurde -erfüllt den Straftatbestand des § 186 StGB (üble Nachrede). Ich gehe derzeit davon aus, dass Ihnen ein solcher Beitrag bei der Prüfung, ob sie ihn freischalten und veröffentlichen oder nicht, vielleicht versehentlich „durchgerutscht“ ist. Vielleicht ist es aber auch Absicht gewesen.

Dass Landgericht Mannheim hat nun entschieden, dass die Behauptung, Kachelmann habe die Anzeigeerstatterin mit einem Messer bedroht oder gar vergewaltigt nicht erweislich ist. Wenn Sie also in Ihrem Forum weiterhin Beiträge veröffentlichen, in denen so etwas behauptet wird, begehen Sie eine Straftat bzw. unterstützen die Straftaten von Forennutzern.

Da dass Landgericht Mannheim sich auch insbesondere kritisch zur Rolle der Medien und auch des Internets in diesem Fall geäußert hat, werde ich nicht zögern, künftig Strafanzeige zu erstatten, wenn weiterhin derartige Aussagen in Ihrem Forum freigeschaltet und damit öffentlich verbreitet werden und die bisherigen bereits veröffentlichten entsprechenden Behauptungen nicht gelöscht bzw. „entschärft“ werden.

Mit freundlichen Grüßen

Nachtag:

EMMA hat reagiert und den entsprechenden Beitrag (der bereits längere Zeit online war) nun gelöscht. Er ist aber über Google noch zu finden. Ich habe mir auch erlaubt Screenshots zu fertigen. Das obige Zitat aus dem Emma Forum habe ich daher nun auch entschärft.

Nachtrag 2

EMMA hat den gesamten Thread über den Fall Kachelmann nun von ehemals über 200 Seiten auf ein gutes Dutzend reduziert. Wegen…äh „Kapazitätsmangel“ natürlich…