we are not in Kansas anymore

Der Fachkräftemangel scheint endlich auch den juristischen Arbeitsmarkt erreicht zu haben. Die junge Generation von Akademikern hat es daher nunmehr auch nicht mehr nötig sich den früher herrschenden unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu unterwerfen, nur um einen Job zu bekommen.

So äußerten denn viele Kommentatoren auf meine Beschreibung des dead man walking echt erstauntes Unverständnis und offene Ablehnung, dass in unserer Folterkammer von Kanzlei noch immer am unzumutbaren Instrument der sog. „Probezeit“ festgehalten wird. Noch dazu nicht nur augenzwinkernd pro forma, sondern mit der realen Chance als Berufsanfänger tatsächlich gewogen unnd für zu leicht befunden zu werden.

Auch dass es in größeren Firmen jenseits des Facebook-Accounts Netzwerke, Seilschaften und Büroklatsch geben könnt,e erscheint dem modernen künftigen Arbeitnehmer psychisch nicht mehr hinnehmbar.So versichern sich jene Kommentare gegenseitig, unter solchen Bedingungen sei eine law firm absolut ohne Reiz für sie, als geistig gesunder Mensch könne man so nicht arbeiten.

Dem könnte man jetzt leichtfertig entgegenhalten, dass es sich dabei vermutlich um junge Leute handelt, die den ersten Kontakt mit der rauhen Realität des Arbeitsmarktes – zumindest theoretisch – noch vor sich haben – aber nein. Wer tatsächlich eine Festanstellung ohne vorherige Probezeit sondern mit garantierter Festanstellung möchte – und das noch in einem Umfeld, wo Büroklatsch nicht existiert, der ist als Bewerber z.B. beim Kollegen Hoenig gern gesehen.

2 Antworten to “we are not in Kansas anymore”

  1. Weder gegen eine Probezeit, noch gegen ein gewisses Maß an Büroklatsch ist etwas einzuwenden. Starke Seilschaften innerhalb eines größeren Betriebs bergen allerdings die Gefahr, das Leistung nicht mehr angemessen belohnt wird und bei den weniger gut vernetzten Kollegen Frust aufkommt.

    Was die abschreckende Wirkung der beschriebenen Zustände ausmacht ist das Zusammenspiel der Umstände und das von meiner Warte aus unpersönlich, rein berechnende Miteinander, das darin zum Ausdruck kommt, dass die Kontakte zum „dead man walking“ aus rein wirtschaftlichen Erwägungen heraus abgebrochen werden. Das hat nichts mehr mit Effizienz zu tun, das ist von jedem Einzelnen, der sich derart verhält asozial.

  2. Eine Probezeit erachte ich als absolut sinnvoll und geradezu erforderlich. Insbesondere auch für mich als Arbeit Anbietenden. Denn wenn mir die Firma, die Kollegen oder die Umstände dort nicht passen, dann möchte ich dort nicht arbeiten.

    Um dies herauszufinden, braucht es halt Zeit für eine ausgiebige Gruppenfindungsphase.

    So etwas wie eine verlängerte Probezeit würde ich mir auch für alle elektronischen Waren wünschen. Selbst nach ausgiebigem Studium der Bedienungsanleitung (was ja in manchen Fällen schon ‚mal eine längere Zeit in Anspruch nehmen kann) kennt man die Ware nicht genau genug, um innerhalb des 14-tägigen Rückgaberechts einschätzen zu können, ob es nicht unzumutbare Fehler im Betriebssystem gibt, die den täglichen Gebrauch unzumutbar machen.

    Sehr oft erkenne ich Fehler erst nach einem oder zwei Monaten. Diese ist der Hersteller dann in der Regel nicht bereit zu beheben. Den Kaufvertrag rückgängig zu machen ist angesichts der derzeitigen Rechtslage auch nicht möglich, wenn ein Softwaremangel vorliegt.

    Fehler und Unzulänglichkeiten im Betriebssystem von Waren sollten meiner Ansicht nach durchweg als versteckte Mängel gewertet werden können. Und es müsste möglich sein, eine angemessene Frist zur Behebung setzen zu können oder die Ware an den Händler zurückgeben zu können.

    Meiner Einschätzung nach würde dies die Qualitätssicherung einiger Hersteller drastisch aufstocken helfen.

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