Archiv für Mai, 2010

einige Zivilisten telefonieren doch

Posted in Uncategorized on Mai 27, 2010 by lawen4cer

Der Kollege Nebgen trifft die generell zustimmungswürdige Feststellung, dass viele Anwälte lieber elendlange Schriftsätze verfassen, als ein umomplizierteres Telefonat zu führen.

Soweit gehe ich mit. Allerdings zitiert der Kollege in diesem Zusammenhang einen Beitrag von mir. Vermutlich als Beispiel für seine These. Dabei wurde wohl übersehen, dass es in dem dort von mir angesprochenen Fall gerade darum ging eine „schnelle Klärung“ zu vermeiden. Zumindest von meiner Seite, weil das mehr erfolg einbrachte.

Wer aber generell das hohe Lied der unkomplizierten Mündlichkeit singen möchte, sollte bedenken, dass im Zivilprozess nur der geschriebene – oder zumindest protokollierte – Sachverhalt etwas wert ist. Kein Telefonat kann – soweit man sich nicht nur vergleichen möchte – dann den Schriftsatz ersetzen. Allerdings bin auch ich ein Fan des Telefonates – allerdings lieber mit dem Richter.

der korrekte Drogenkonsum…

Posted in Uncategorized on Mai 26, 2010 by lawen4cer

…scheint heute das Thema des Tages zu sein.

Bei der Kollegin Braun findet sich in der Kommentarspalte folgender empörter Beitrag:

und last not least: wer sich darüber lustig macht, dass die richterin im hiesigen beispiel keinen plan von hasch hat, der soll mir mal aus dem stand – also ohne nachzulesen – die konsumformen von LSD, MDMA und psilocybinen pilzen erläutern. auch das sind – neben THC, koks und heroin – gängige BtM.

Tja..die Frage spielt wohl eher mit der vermeintlichen Fremdartigkeit der Namen, als mit einer komplizierten Art des Konsums. MDMA ist im Volksmund als Extasy bekannt und kann wie Psilos (psychoaktive Pilze) und LSD durch das Schlucken seiner Wirkung zugeführt werden.

Also nur eine mittelmäßig schwere Frage.

Perlen vor die Säue

Posted in Uncategorized on Mai 26, 2010 by lawen4cer

Bei der Kollegin RAinBraun  lebt mal wieder das *gähn* alte Klischee der perlentragenden, weltfremden „Prädikatsjuristin“ wieder auf.

Abgesehen davon, dass sich mir nicht ganz erschließt, warum gerade ein Prädikatsexamen Indikator für mangelnde „Lebenserfahrung“ sein sollte (weil man statt zu lernen, lieber diese „Lebenserfahrung“ gesammelt haben will?), hier noch ein lesenswertes Statement von Don Alphonso zur Perlenkette:

„Und wenn man die Geschichte kennt, sind die billigen Glasperlen an den Hälsen von nicht wirklich besseren Töchtern auch nicht die Erfüllung einer historischen Mission.

Die anderen, vom Adel übernommenen Insignien des grossbürgerlichen Reichtums – Ice Cubes an den Fingern der Frauen, Silber in den Schränken und Gold in Schweizer Tresoren – haben sich praktisch bruchlos erhalten, aber die Perlenketten sind herabgesunken zum Geschirr der kleinen, weiblichen Packeseln des globalisierten Geschäftsbetriebs, die willig ihre Überstunden durch das Jahr mitschleppen und an der Rezeption auch dem unangenehmsten Gast ein Lächeln schenken. Schwarzes Kostüm und Perlenkette geht immer irgendwie, von der Präsentation bis zum Sushi, vom ICE bis zu jenem Moment, da sie zum Pulli greifen und Sendungen der Privaten betrachten, während die Microwelle das Kochen übernimmt. Da liegt kein Luxus mehr um den Hals, sondern ein Identitätsmerkmal der zur Erwerbsarbeit Verdammten, keine Reinheit, sondern LassmichinRuhe, keine Verschwendung, sondern die Ökonomie des Nützlichen.“

Achja, bevor ich es vergesse….man raucht die harzhaltigen Blüten, nicht die ganze Pflanze…

UPDATE:
Die Diskussion zieht weitere Kreise und Kollege Nebgen verwurstet meine Überschrift für einen eigenen Beitrag, ohne mich zu zitieren. Ich bin empört und werfe mit der Schippe…

Eitelkeit

Posted in Uncategorized on Mai 25, 2010 by lawen4cer

Die Gegenseite hat den falschen Klageantrag gestellt. Das passiert bei Kollegen von Feld, Wald & Wiese im Rahmen dieser etwas komplizierteren Problematik gerne mal. Mag auch daran liegen, dass dem gestellten unzulässigen Antrag  ein wesentlich höherer Streitwert zukommt als dem richtigen. Wenn man von RVG Gebühren leben muss mag auch dieser Umstand zum falschen Antrag verleiten.

Wie verhindere ichaber  nun, dass der Gegner seinen Antrag korrigiert? In dem ich in meinen Schriftsätzen sehr breit und polemisch auf dem Fehler herumreite. Die Gegenseite möchte sich scheinbar – auch vor dem eigenen Mandanten (Naturalpartei!) – nicht dazu bekennen einen falschen Antrag gestellt zu haben und beharrt stattdessen auf ihrer Position. Bis zum (bitteren) Ende.